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Attraktivität: Warum wir uns zu jemandem besonders hingezogen fühlen (Teil 2)

von | 1 Mai, 2021

Sich zu jemanden hingezogen fühlen, kann einen manchmal vor ein Rätsel stoßen, da man selbst ganz oft nicht versteht, warum es gerade der- oder diejenige ist, die einem so gut gefällt. Welche Faktoren einen Einfluss auf die Anziehungskraft ausüben können, genau damit befasse ich mich in dieser 2-teiligen Beitragsreihe.  Im ersten Teil habe ich bereits angeschnitten, dass sexuelle Anziehung meist auf unterbewusster Ebene stattfindet. Doch auch Gemeinsamkeiten und ähnliche Persönlichkeitsmerkmale sowie Körpergerüche könnten eine mögliche Erklärung dafür sein.

 

Den stärksten Faktor stellt allerdings das äußere Erscheinungsbild einer Person dar! Darauf möchte ich in diesem zweiten Teil näher eingehen.

Aussehen ist nicht alles – und doch ist das bei der ersten Begegnung ein entscheidender Faktor

Auch wenn kaum jemand gutes Aussehen als wichtigste Präferenz bei der Suche nach einem langjährigen Partner nennen würde und in dem Zusammenhang eher wichtige Charaktereigenschaften im Vordergrund stehen würden, hat die physische Attraktivität dennoch den stärksten Einfluss auf unsere Dating-Entscheidungen im Vergleich zu anderen Faktoren wie Persönlichkeitsmerkmale oder Bildung.

Dies hängt damit zusammen, dass Attraktivität mit Gesundheit, Fruchtbarkeit und Jugend gleichgesetzt wird. Allerdings liegt Schönheit auch im Auge des Betrachters, sodass das, was jemand als schön und attraktiv empfindet, auch stark von anderen Faktoren beeinflusst wird. Diese Faktoren können kultureller Natur sein, sie können jedoch auch von identitätsspezifischen Aspekten oder dem eigenen sozioökonomischen Status abhängen.

Kulturelle und gesellschaftliche Einflussfaktoren

Insbesondere im Hinblick auf Körperideale lassen sich viele kulturelle Unterschiede feststellen. Das Schönheitsideal eines schlanken Körpers ist beispielsweise ein sehr junges, westliches Phänomen. Vergleicht man nämlich antike Statuen und alte Gemälde, dann findet man darauf ausschließlich üppige Frauen. Historisch idealisiert wurden hier daher größere und rundliche Frauen. Damals, als die Menschen noch zu der Zeit von Nahrungsknappheit lebten, repräsentierten korpulentere Menschen Wohlstand und Gesundheit. Genau dies spiegelt sich auch in der Kunst und Literatur wider. Erst im 19. Jahrhundert hat man aus ästhetischen Gründen begonnen, einen dickeren Körper zu stigmatisieren.

Darauf, was wir attraktiv finden, übt somit die gesamtgesellschaftliche Meinung einen enormen Einfluss aus. Betrachtet man das Schönheitsideal der vergangenen Dekaden, dann wird deutlich, dass sich gerade das ideale Körperbild von Frauen stetig ändert. Während in den 1950er Jahren Kurven à la Mariyln Monroe getreu dem Motto „Mehr ist Mehr“ erwünscht waren, wandelte sich dieser Trend nur 10 Jahre später ins komplette Gegenteil. Das kann man jetzt alle zehn Jahre beliebig so fortsetzen und feststellen, dass sich das Schönheitsideal stetig wandelt und gleichzeitig einen starken Einfluss auf das, was wir attraktiv finden, ausübt. Folglich werden die von den Medien gezeigten Bilder innerhalb der Gesellschaft irgendwann so verinnerlicht, dass sie sich zu einer unterbewussten Vorliebe entwickeln und somit auch beeinflussen, wen wir letztlich attraktiv finden. Insgesamt spielen daher kulturelle, familiäre und gesellschaftliche Normen eine Rolle dabei, wen wir für attraktiv halten.

Attraktivität Teil 2

Kurze Affäre oder langfristige Beziehung als Einflussfaktor

Gerade im Hinblick auf das äußere Erscheinungsbild als Anziehungsfaktor spielt es auch eine Rolle, worauf man aus ist. Die Präferenzen ändern sich mit der Zielsetzung. So wählen Menschen, die nur auf einen One-Night-Stand, einen Seitensprung oder eine Affäre aus sind, Partner die körperlich attraktiv sind. Geht es jedoch um eine langfristige Partnerwahl stehen Persönlichkeitsmerkmale und Charaktereigenschaften im Vordergrund.

 

Bewussten Prozess initiieren

 

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Antwort, warum wir jemanden anziehend finden, eher primitiver und instinktiver Natur ist, da dies über unsere Hormone, unser Unterbewusstsein und bestimmte Hirnfunktionen gesteuert wird. Das heißt jedoch nicht, dass wir selbst keinen Einfluss darauf nehmen können, wen wir attraktiv finden. Manchmal erscheinen uns Menschen im ersten Moment nicht besonders attraktiv und sobald man sie näher kennenlernt, sieht man sie plötzlich in einem völlig anderen Licht. Folglich kann man sich ein Bewusstsein für seine angeborenen Vorlieben und den unbewusst laufenden Prozessen schaffen, damit man bei der Partnersuche nicht nur seinen Trieben und Instinkten folgt, sondern auch dem, was man tatsächlich von einem Partner und einer Beziehung erwartet. Damit initiiert man einen bewussten Prozess bei der Partnersuche.

 

 

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