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Attraktivität: Warum wir uns zu jemandem besonders hingezogen fühlen (Teil 1)

von | 1 Mai, 2021

Wir alle haben es schon einmal erlebt, die Anziehungskraft zu einem bestimmten Menschen. Plötzlich überkommt es einen und man fühlt sich wie aus heiterem Himmel zu jemandem hingezogen. Dieses Gefühl kann sich entweder leicht äußern oder ganz intensiv und fast schon als unaufhaltsam erlebt werden. Doch woran liegt es eigentlich, dass wir jemanden anziehend finden? Welche Prozesse werden dabei in uns in Gang gesetzt? Diesen spannenden Fragen möchte ich in dieser 2-teiligen Beitragsreihe besondere Aufmerksamkeit schenken.

Wen wir attraktiv finden aus wissenschaftlicher Sicht

Es gibt einige Studien und Untersuchungen, die biologische und kulturelle Faktoren unter die Lupe genommen haben, um herauszufinden, welche davon die Anziehungskraft zu einem bestimmten oder zwischen zwei Menschen beeinflussen können.

Sexuelle Anziehungskraft findet unterbewusst statt

Der Prozess, der eine sexuelle Anziehungskraft gegenüber einem anderen Menschen auslöst, findet fast überwiegend auf unterbewusster Ebene statt. Verantwortlich dafür ist unser limbisches System, das zugleich den primitiven Teil unseres Gehirns darstellt. Dieser Teil reguliert lebenswichtige Systeme und unser Affekt- und Triebverhalten. Auch dient er dazu, Emotionen zu verarbeiten und zu steuern. Begegnet man einem potenziellen Partner wird im Hypothalamus die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin angeregt, sodass ein Empfinden von Liebe und Lust ausgelöst wird. Daher entscheiden sich Menschen unterbewusst bereits in den ersten paar Minuten nach der ersten Begegnung, wie anziehend sie jemanden finden.

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Ähnliche Eigenschaften, Einstellungen und Lebenssituation als Anziehungsfaktor

Vielleicht hast du schon einmal den Satz „gleich und gleich gesellt sich gerne“ gehört. Genauso verhält es sich auch mit der Anziehungskraft einer Person gegenüber. Menschen fühlen sich tendenziell zu Menschen hingezogen, die ihnen selbst ähnlich sind oder die sie an geliebte Menschen wie Familienmitglieder oder Freunde erinnern. Diese Ähnlichkeit führt dazu, dass unterbewusst Hormone aktiviert werden, die wiederum dieses Gefühl des sich zu jemanden hingezogen fühlen auslösen. Gleiche Lebenseinstellungen, dieselben Interessen oder ähnliche Persönlichkeitsmerkmale tragen daher dazu bei, dass wir jemanden anziehend finden. Dies konnte auch im Rahmen einer Studie bestätigt werden, die herausfand, dass wir uns weniger zu Menschen hingezogen fühlen, die sich stark von uns unterscheiden und uns stattdessen viel mehr zu Menschen hingezogen fühlen, die komplementär zu uns sind.

Die Anziehungskraft zum Ähnlichen hin würde somit auch die Neigung von Menschen erklären, sich vorzugsweise bei der Partnerwahl an Menschen mit demselben sozioökonomischen Status, demselben Bildungsniveau, derselben politischen Zugehörigkeit oder desselben kulturellen Kreises zu orientieren. In den USA wurde im Jahre 2016 eine interessante Umfrage durchgeführt, wobei Demokraten und Republikaner befragt wurden, welcher Partei ihre Ehepartner und Lebensgefährten angehören. Diese Umfrage hat ergeben, dass 77% der Befragten einen Partner mit derselben Parteizugehörigkeit haben. Grundsätzlich gelten Beziehungen als beständiger und weniger konfliktbelastet, wenn beide Partner viele Gemeinsamkeiten teilen, insbesondere wenn es um die innere Haltung zu bestimmten Themen, Lebenseinstellungen oder den sozialen Status geht.

 

Pheromone – Körpergerüche als Einflussfaktor

 

Wir kennen es aus der Natur: Bestimmte Botenstoffe sorgen bei Pflanzen, Insekten und Säugetieren dafür, dass sie sich gegenseitig wahrnehmen. Gerüche und Duftstoffe können hier daher bei der Fortpflanzung eine Rolle spielen. Es gibt diese Theorie daher auch für Menschen, wobei Körpergerüche im Zusammenhang mit Pheromonen die Anziehungskraft zu einem Menschen verstärken sollen. Die Forschungsergebnisse sind dazu bisher noch nicht Aussagekräftig. So gibt es beispielsweise Forschungsergebnisse, wonach Frauen von Männern angezogen werden, die ähnlich riechen wie sie. Andere kommen zu dem Ergebnis, dass Frauen Männer bevorzugen, deren Gene eine andere Immunreaktion zeigen als ihre eigenen. Zusätzlich gibt es Forschungsergebnisse, die zeigen, Frauen fühlen sich zu Männern hingezogen, die eine ähnliche Schweißbildung haben wie ihr Vater. Auch wenn es Befürworter dieser Theorie gibt, die davon ausgehen, Körpergerüche spielen eine wesentliche Rolle bei der Partnerwahl, so ist doch unser Sehsinn viel schärfer als unser Geruchssinn. Es heißt nicht umsonst „Liebe auf den ersten Blick“.

Hier gelangst Du zum nächsten Teil 2

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1 https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0092656618302022

2 https://www.pewresearch.org/politics/2016/06/22/3-partisan-environments-views-of-political-conversations-and-disagreements/#partisan-environments-friends-spouses-and-family-ties

3 https://www.researchgate.net/publication/333115836_Evidence_for_odour-mediated_assortative_mating_in_humans_The_impact_of_hormonal_contraception_and_artificial_fragrances

4 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7630893/

5 https://www.researchgate.net/publication/11560329_Paternally_inherited_HLA_alleles_are_associated_with_women’s_choice_of_male_odor

 

 

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